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Der Hof und seine Geschichte
Unser Bauernhof ist schon seit Jahrhunderten im Familienbesitz. Mein Großvater kam mit 14 Jahren als Ziehsohn auf den Hof seines Onkels und seiner Tante. Gemeinsam mit meiner Großmutter erbte er später auch noch die kleine Landwirtschaft meiner Urgroßtante aus der Nachbarschaft. In den 80er Jahren übernahmen dann meine Eltern den gesamten Betrieb und stellten von Milchviehhaltung auf Rindermast mit Fleisch-Direktvermarktung um.
In meiner Jugend hat mich die Landwirtschaft nie interessiert, ich absolvierte eine wirtschaftliche Ausbildung und später landete ich im Kulissenbau, wo ich seit 25 Jahren tätig bin. Nach fast zwei Jahrzehnten Stadtleben in Graz bin ich schließlich wieder zurück aufs Land in meine Heimatgemeinde gezogen, wo ich 2016 den elterlichen Hof im Nebenerwerb übernommen habe und gleichzeitig auf der zweiten Hofstelle das alte Bauernhaus für meine Partnerin und mich renovierte.
Nachdem mich die konventionelle Tierhaltung nie begeistert hat und die mühevolle Bewirtschaftung der kleinen landwirtschaftlichen Fläche mit ihrer hügeligen Struktur kaum Anreize, geschweige denn Chancen zum Überleben bietet, wurde ich gleich mal mit der Frage konfrontiert: „Was mache ich damit, wie bringe ich den Betrieb wirtschaftlich tragbar über die Runden und vor allem, wie sichere ich als Hofübernehmer das Zuhause meiner Eltern?“
„Zufällig“ brachte mich damals die Anfrage eines Freundes, der mitten in der Innenstadt lebte und etwas Brennholz benötigte, auf die Idee, dieses in Kartons anzubieten.
Die Idee mit dem Brennholz
Die Tatsache, dass mich einerseits die Arbeit mit dem Rohstoff Holz auch in seiner Form als Möbel- oder Bauholz immer schon begleitet hat und dass andererseits unser Mischwald von den Generationen vor mir nahezu nur zum Eigenbedarf genutzt wurde, erweckte in mir gleich das Interesse für die Forstwirtschaft.
Also begann ich, mich mit dem Thema intensiver zu beschäftigen, den Wald schonend zu bewirtschaften, den Altbestand zu verjüngen und mit dem dadurch „geernteten“ Brennholz und der Direktvermarktung in tragbaren Einheiten die Wertschöpfung zu erhöhen und somit den Erhalt des Hofes samt Nebeneinkommen für mich zu sichern.
Außerdem war sofort zu erkennen, dass es viele Leute gibt, die nach Möglichkeiten suchten, heimisches Brennholz in praktischer, bequemer Lieferform zu beziehen.
Die Neuausrichtung
Nach sieben Jahren und ständig steigender Nachfrage, war ich mit meinem „Nebenjob“ bei jährlich mehreren tausend Kartons und vielen hundert Tonnen Brennholz angelangt, das ich jeden Winter in der Hand und somit getragen hatte … und mein Körper sagte mit Mitte 40 „überraschenderweise“ „STOPP!“
Gleichzeitig war die Rücknahme und Wiederverwendung der Kartons zu einer logistischen Herausforderung geworden. Vor allem, weil viele Kunden nicht in jenem Ausmaß dazu beitrugen, wie ich mir das im Sinne einer Kreislaufwirtschaft gewünscht und vorgestellt hatte. Laufend neue Kartons für den oftmals einmaligen Transport von Brennholz zu verwenden, war für mich jedenfalls kein Thema.
Somit brauchte es eine Neuorientierung und eine komfortablere, körper- und ressourcenschonendere Variante musste gefunden werden. Nach längerem Tüfteln entwickelte ich dann eine Methode, Brennholz im Bündel statt mit Kunststoffbändern mit einem Naturfasergarn und geknoteter Trageschlaufe händisch zu schnüren.
Fazit: Mein Körper sagt danke und manche Kunden schlichten sich die Brennholz-Bündel nun sogar als Deko an der Hauswand auf.